Mehr als 3.000 Besucher beim Ostritzer Friedensfest

Zum 2. Ostritzer Friedensfest kamen mehr als 3.000 Besucher um ein Zeichen zu setzen für Demokratie, Weltoffenheit und Toleranz. Ostritz selber hat gerade einmal ca. 2.300 Einwohner. Die Ostritzer Bürgermeisterin, Marion Prange (parteilos) zu der Veranstaltung: „Es war ein traumhaft schönes, ausgelassenes, frohes Fest“.

Mehr als 500 Ehrenamtliche aus Ostritz und der näheren Region sorgten für ein sehr abwechslungsreiches Programm. Sechs Chöre aus der Region sangen gemeinsam mit der Europa Chor Akademie (Görlitz) und den Besuchern Lieder für den Frieden. Tanzschulen aus der näheren Umgebung von Ostritz tanzten für den Frieden und es wurde auch gemeinsam für den Frieden laut getrommelt. Eindrucksvoll war das gemeinsame „Beten für den Frieden“ mit Bischöfen aus Deutschland und Polen sowie mit Mohammedanern im vollbesetzten Festzelt. 

Das Friedensfest hatte diesmal auch ein noch vielfältigeres Bildungsprogramm als beim ersten Mal. So wurde z.B. der Dokumentarfilm „Undercover unter Nazis“ gezeigt. Zudem gab es verschiedene Vorträge und Lesungen.

Bereits am Freitag hatte der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) mit einem leidenschaftlichen Apell für Mut zur Zivilcourage geworben und sich auch an der Lichterkette rund um den Ostritzer Marktplatz beteiligt.

Das „2. Ostritzer Friedensfest“ war erneut eine Reaktion auf das gleichzeitig im „Hotel Neißeblick“ in Ostritz stattfindende SS-Festival (Schild- & Schwertfestival). Dr. Michael Schlitt vom Veranstalter des Friedensfestes, dem Internationalen Begegnungszentrum St. Marienthal, dazu: „Es ist uns erneut gelungen, parteiübergreifend aus der Mitte der Gesellschaft heraus ein klares Zeichen zu setzen gegen jeden Form von Rechtsextremismus“. Und Schlitt weiter „Ostritz ist nicht die Stadt, in der sich hunderte von Neonazis aus ganz Deutschland in einem Hotel treffen. Sondern Ostritz ist die Stadt, die sich wie nur wenige Kleinstädte in Deutschland für unsere Demokratie und für Weltoffenheit“ einsetzen. 

Dafür, dass dies gelingt, sorgt das „Ostritzer Modell“. So sorgt ein Organisationsteam aus vielen Ostritzer Ehrenamtlichen für das abwechslungsreiche Programm und die reibungslose Organisation. Die Stiftung Internationales Begegnungszentrum St. Marienthal sorgt als Veranstalter der Friedensfeste für den inhaltlichen Rahmen, die Finanzierung und die Übernahme der rechtlichen Trägerschaft. Und die Stadt Ostritz mit ihrer Bürgermeisterin, dem Stadtrat und den Mitarbeitern der Stadtverwaltung kümmert sich um die Kommunikation mit der Ostritzer Bevölkerung, die Verkehrsregelungen etc.

Mit diesem Organisationsmodell einer Zusammenarbeit zwischen Ehrenamtlichen, einer Stiftung und der Stadt will man sich auch künftig in Ostritz weiterhin mit großem Elan für Demokatie, Weltoffenheit und Toleranz einsetzen.